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Kurzfassung
der Ergebnisse
Die Erhebung
über Filmbestände in der Schweiz wurde zwischen 2004 und 2006
durchgeführt. Ziel war es, Angaben über Umfang, Inhalt und Zustand
der Filmbestände ausserhalb der spezialisierten nationalen Institutionen
(Schweizer Filmarchiv, Fernseharchive) zu erhalten.
Die Erhebung
wurde mittels Versand eines Fragebogens durchgeführt. Von 1890
versandten Fragebogen kamen 942 (50%) zurück Hinsichtlich des
Rücklaufs war die Umfrage also ein schöner Erfolg. Allerdings
geben 65% der Antwortenden an, keine Filmbestände zu haben, weitere
9% wollten nicht an der Umfrage teilnehmen. Damit blieben noch
245 Fragebogen für die Auswertung.
Angeschrieben
wurden sowohl öffentliche wie auch private Institutionen und Sammlungen.
Die Antworten kamen aus allen 26 Kantonen sowie dem Fürstentum
Liechtenstein. 50% der Teilnehmenden gehören in die Kategorie
Archive, Bibliotheken und Museen. Die Mehrheit der Sammlungen
gehört in die Kategorie der kleinen Bestände unter 100 Elementen.
Gemäss der
erwähnten Zielrichtung der Erhebung ist es nicht verwunderlich,
dass für 76% der Befragten die Archivierung von Film- und Videobeständen
ein Nebenbereich ihrer Tätigkeit ist. Die Mehrheit (65%) gibt
zwar an, den Bestand pflegen zu wollen, aber nur 27% wollen ihn
ausbauen.
Von den verschiedenen
Filmformaten bildet 16mm Film die Mehrheit, bei den Videoformaten,
die ebenfalls erhoben wurden, dominiert VHS. Es befinden sich
also mehrheitlich Dokumente in den Beständen, die durch chemischen
Zerfall (16mm) und Obsoleszenz (VHS) bedroht sind.
Die Angaben
zu den Inhalten sind der Vielfalt wegen nur schwer zusammenzufassen.
97 Befragte geben an, ihre Sammlung hätte einen regionalen Schwerpunkt.
132, zu denen wohl auch die zuvor genannten gehören, betrachten
ihre Sammlung als "thematisch". Eine Mehrheit von 66% gibt an,
Dokumentarfilme zu besitzen. Eine grosse Anzahl von Filmen (und
vor allem auch Videos) stammen aus der Zeit zwischen 1990 und
2000.
50% der Bestände
sind gar nicht oder nur teilweise erfasst. Datenbanken und einfache
Listen halten sich mit je 30% die Waage. Ein sehr hoher Anteil
der Befragten (36%) schweigt sich über diese Frage aus. In 41%
der Sammlung sind die Filmbestände nicht zugänglich.
Nur gerade
11% der Befragten machen konkrete Angaben zur Erhaltungsmassnahmen.
Die Mehrheit gibt an, keine Zustandskontrollen durchzuführen,
45% der Bestände liegen in unklimatisierten Räumen; viele Befragte
äussern sich nicht zu diesem Thema.
Zusammenfassend
kann gesagt werden, dass der Zustand der Filmbestände sowohl hinsichtlich
der Erhaltung wie der Zugänglichkeit sehr unbefriedigend ist.
Ausserdem zeigt der hohe Anteil fehlender oder ungenauer Angaben
die mangelnde Kompetenz und Infrastruktur (Sichtungsmöglichkeiten)
in vielen Institutionen.
Folgende Massnahmen
sind dringend nötig:
1. Grundausbildung für Personen, die in gemischten Sammlungen
für Filmbestände zuständig sind.
2. Evaluation und Zustandsanalyse der Filmbestände durch Fachpersonen
und Beratung zur Verbesserung der Sicherung und Vermittlung.
3. Koordination der Infrastrukturen und Fachkompetenzen auf kantonaler
und regionaler Ebene.
27. Juni 2006
/ Kurt Deggeller
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